Programmkino Minden - Die Schwarzfahrer
Ein Film, den es nicht mehr gibt. Außer bei uns. Ein Spätnachmittag. Eine Kopie. Danach ist wieder Sendepause. Womöglich für immer …
Mit Rolf Zacher und Iris Berben
Manche Filme verpasst man. Andere kann man nicht einmal mehr verpassen, weil sie niemand mehr zeigt. „Die Schwarzfahrer“ gehört zur zweiten Sorte: kein Stream, keine Blu-ray, kein Sendetermin, seit Jahrzehnten. Nach allem, was wir wissen, existiert nur noch ein einziges vorführbares Medium dieses Films. Wir haben es, für einen einzigen Spätnachmittag.
Westberlin, Anfang der Achtziger. Drei Männer, keine Perspektive, jede Menge Zeit. Chris (Rolf Zacher), Alois und Harry schlagen sich in der ummauerten Halbstadt mit Gelegenheitsjobs und kleinen Gaunereien durch. Dann kommt der Plan, der eine Nummer zu groß ist: ein Geldtransporter aus Ostberlin. Dazwischen steht Lisa, gespielt von Iris Berben, Jahre bevor sie zur ersten Dame des deutschen Fernsehens wurde.
Hinter der Kamera stand eine Besetzung, die man heute kaum noch zusammenbekäme.
Regie führten Manfred Stelzer und Gert C. Möbius, der ältere Bruder von Rio Reiser und später Hüter seines Nachlasses. Die Musik stammt von Kevin Coyne, dem britischen Außenseiter und erklärten Liebling von John Peel. Geschnitten hat Peter Przygodda, der Mann am Schneidetisch von Wim Wenders.
Und mittendrin ist Rolf Zacher (1941–2018), dem man jede krumme Tour glaubte und jede verzieh. Man hat ihn den besten Kleinganoven des deutschen Kinos genannt. Hier sieht man, warum, in einer seiner Paraderollen.
Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat „besonders wertvoll“. Die FSK gab ihn 1983 erst ab 18 frei – halleluja. Beides zugleich muss man erst einmal schaffen.
Und dann verschwand der Film …
Warum Sie kommen sollten, auch wenn Ihnen keiner dieser Namen etwas sagt?
Weil das kein Nostalgieabend ist, sondern Filmgeschichte in ihrem letzten Aggregatzustand. Weil es das Westberlin dieses Films nicht mehr gibt und diesen Film bald vielleicht auch nicht mehr. Und weil Sie später sagen können: Ich war dabei.
Wir haben den Film über persönliche Kontakte beschafft und zeigen ihn mit eigens erteilter Genehmigung, für genau eine öffentliche Vorführung. Nach unserem Kenntnisstand sind wir bundesweit das einzige Kino, das ihn derzeit zeigen kann. Das ist nicht Berlin, nicht München und kein Festival, sondern Minden. Das Kleine Kino am Weingarten mit 99 Plätzen.
Einen Trailer gibt es nicht. Plakate und Vorschauen stammen aus analogen Zeiten und sind verschwunden wie der Film selbst. Was es gibt, ist ein Ausschnitt auf YouTube: die legendäre „Gucki“-Szene. Wer sie gesehen hat, weiß, welcher lakonische Witz einen erwartet. Wer sie nicht gesehen hat, sollte das nachholen und danach einen Platz reservieren.
Ein Spätnachmittag. Eine Kopie. Nur bei uns. Danach ist wieder Sendepause. Womöglich für immer.
Produktionsdaten
BR Deutschland 1982 Erstaufführung 21. Januar 1983 FSK 18 LZ 101 min.
Regie: Manfred Stelzer, Gert C. Möbius Buch: Manfred Stelzer, Gerd Weiss Kamera: David Slama Musik: Kevin Coyne Schnitt: Peter Przygodda
Mit Rolf Zacher, Iris Berben, George Meyer-Goll, Harald Henschel-Franzmann
Würdigung
Prädikat „besonders wertvoll“ der Filmbewertungsstelle Wiesbaden.
Eintritt 8,00 Euro (ermäßigt 5,00 Euro)
Infos und Tickets unter: https://kino-minden.de/programm-2026
Der Einlass beginnt jeweils 30 Minuten vor jeder Vorführung. Restkarten zahlbar an der Abendkasse.
Eine Kooperation mit Kleines Kino am Weingarten e.V.
| Kursnummer | 262M40920 |
| Beginn | So., 11.10.2026, um 17:30 Uhr |
| Dauer | 0 Termin |
| Kursort |
VHS, Kl. Theater Königswall 97, 32423 Minden |
| Kursleitung |
Kleines Kino
|
| Entgelt | 8,00 € |
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