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Der christliche Antisemitismus und die Folgen


Christen dürften die 'Juden nicht grüßen', befand der Kirchenlehrer Chrysostomos (deutsch: 'Goldmund'); denn sie hätten 'Christus getötet'. Über innerkirchliche und kirchenpolitische Auseinandersetzungen hinweg waren sich lange Zeit alle einig im Hass auf die Juden: Kirchenführer und Politiker, Päpste und der späte Martin Luther. Im christlichen Bewusstsein waren Juden die Unterlegenen, die zu missionieren und zu taufen seien, ihre Religion war dazu bestimmt zu verschwinden. Christen wären schließlich als Erben einer ermordeten jüdischen Welt übriggeblieben. Die Nationalsozialisten griffen die tiefsitzenden Vorwürfe gegen die Juden gern auf. Kirchenleute applaudierten ihnen teilweise. Weitgehend jedoch ignorierten sie den ihnen bekannten Holocaust.
Im Mittelpunkt der Diskussion über das kirchliche Verhalten zwischen 1933 und 1945 steht das Schweigen des Papstes Pius XII., seit Rudolf Hochhuth dem 'Stellvertreter Christi auf Erden' Mitschuld am Völkermord vorwarf. Gefragt wird nach Traditionslinien zwischen christlich begründeter Judenfeindschaft und dem politisch-sozialen Rassen-Antisemitismus. Durch die im März 2020 erfolgte, vorzeitige Öffnung des vatikanischen Geheimarchivs zu Pius XII. (1939-1958) wurde die Diskussion neu belebt.
Heute kann der Christliche Antisemitismus von einst als überwunden gelten. Christen und Juden stehen zusammen auf gegen Hassausbrüche wie 2019 in Halle. Doch es war ein mühsamer Weg zu Verständigung und Gemeinsamkeit. Und noch immer gibt es Irritationen im gegenseitigen Verhältnis; zum Beispiel durch die Wiederkehr der antijüdischen Karfreitagsliturgie auf katholischer und judenmissionarische Gruppen auf evangelischer Seite.

Peter Hertel (* 1937), Journalist und Buchautor, war während seiner Redakteurstätigkeit im Hörfunk des NDR für das Judentum zuständig. Seit langem beschäftigt er sich mit dem christlichen Antisemitismus und ist aktiv in der Erinnerungsarbeit tätig. In seinen jüngsten Publikationen enthüllte er u.a. die weitgehend vergessene jüdische Geschichte in seinem Geburtsort Bockum-Hövel (heute ein Stadtbezirk von Hamm) und in seinem Wohnort Ronnenberg bei Hannover.

Eine Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Minden.
Die Zahl der Teilnehmenden ist aufgrund der aktuellen Hygiene-Richtlinien begrenzt. Eine Teilnahme ist nur nach Voranmeldung möglich:
• Sie können sich über die Internetseite der Kath. Erwachsenen- und Familien-Bildung (kefb) anmelden:
https://www.kefb-kursprogramm.de/bielefeld/kursprogramm
• oder per E-Mail: bielefeld@kefb.de
• oder per Post: KEFB Bielefeld,Turnerstraße 4, 33602 Bielefeld
Sofern mehr Anmeldungen eingehen, als Plätze vorhanden sind, werden wir eine Warteliste erstellen und Sie informieren.

Status: Keine Anmeldung möglich

Kursnr.: SM10012

Beginn: Mi., 16.06.2021, 19:30 - 21:45 Uhr

Dauer: 1 Termin

Kursort: Petri-Kirche

Gebühr: 0,00 €


Datum
16.06.2021
Uhrzeit
19:30 - 21:45 Uhr
Ort
Petri-Kirche


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